🧩 Die besten selbstgehosteten Discord-Alternativen (2026): Ranking, Vor- & Nachteile

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Die Nachfrage nach Discord-Alternativen steigt – und das aus gutem Grund: Datenschutz, Datenhoheit, bessere Moderation, eigene Regeln, eigene Integrationen. Wenn du eine Community (Gaming, Clan, Creator, Open Source) oder ein Team (DevOps, Support, Projektarbeit) betreibst, ist Self-Hosting oft der nächste logische Schritt.

In diesem Beitrag schauen wir uns 6 selbstgehostete Discord-Alternativen an, vergleichen sie praxisnah und ranken, wie gut sie als Discord-Ersatz funktionieren – inklusive klarer Vor- und Nachteile.

Bewertungskriterien: Discord-Feeling (Server/Channels/Rollen), Voice/Calls, Apps/Clients, Bots/Integrationen, Moderation, Skalierung, Self-Hosting-Komfort, Reifegrad/Ökosystem.

Willst du eine Discord-Alternative selbst hosten (inkl. voller Kontrolle über Daten & Ressourcen)?

Kurzfazit: Unser Ranking (Discord-Alternative-Score)
RangPlattformScoreAm besten fürWarum
#1Stoat9.2/10Gaming-CommunitiesSehr nah an Discord (Server, Rollen, Mods, Bots)
#2Matrix8.6/10Federation, langfristige PlattformDezentral, riesiges Ökosystem, viele Clients
#3Rocket.Chat7.9/10Org/Teams mit ComplianceSehr stark für Business/Support, Federation & Policies
#4Mattermost7.4/10DevOps, Incident ResponseWorkflows/Integrationen > Community-Gefühl
#5Zulip6.8/10Strukturierte DiskussionenTopic-Threads top, aber wenig „Discord-Vibe“
#6DCTS5.6/10ExperimentierfreudigeSpannend, aber (noch) eher „Proof of Concept“

Hinweis: Scores sind praxisorientierte Einschätzungen (nicht „besser/schlechter“ allgemein). Für manche Use Cases ist Rang #4 oder #5 exakt die beste Wahl.

#1 Stoat (Score: 9.2/10)

Wenn du eine Alternative suchst, die sich wie Discord anfühlt, ist Stoat aktuell der klarste Treffer. Stoat ist als Community-Chat gebaut: Server/„Guild“-Struktur, Rollen/Permissions, Moderationstools und ein Bot-Ökosystem stehen im Mittelpunkt.

Schnellprofil

Vorteile

  • Discord-Feeling: Community-Features (Rollen/Permissions, Moderation, Bots) stehen klar im Fokus.
  • Self-host-freundlich: Offizielle Self-Hosted-Configs (Backend, Web-Frontend, File-Server, Proxy) per Docker.
  • Look & Feel: Modernes UI, sehr „Community-first“.

Nachteile

  • Ökosystem kleiner als Discord: Weniger „Plug & Play“-Bots/Integrationen als beim Original.
  • Reifegrad: Schnell in Entwicklung – je nach Feature-Anspruch kann es Ecken/Kanten geben (typisch für neue Plattformen).
  • „Enterprise“-Policies (Retention, Compliance, Audit) sind nicht das Kernziel wie bei Business-Plattformen.

Ideal, wenn… du eine echte Discord-Alternative für Communities suchst, die sich nicht wie ein klassischer „Team Messenger“ anfühlt.

#2 Matrix (Score: 8.6/10)

Matrix ist weniger „eine App“ und mehr ein offenes Protokoll mit vielen Servern (Homeservern) und Clients. Der große Vorteil: Dezentralität & Federation. Du kannst alles selbst hosten – oder hybrid fahren. Für Communities kann Matrix mit Spaces/Rooms sehr gut funktionieren, vor allem wenn Interoperabilität (Bridges) und Zukunftssicherheit wichtig sind.

Schnellprofil

  • Website: matrix.org
  • Clients (Beispiel): Element (Web/Desktop/Mobile) – plus viele weitere
  • Calls/Video: Moderne Matrix-Calling-Stacks (z. B. MatrixRTC / Element Call) sind verfügbar, Self-Hosting kann aber komplexer sein.

Vorteile

  • Federation by Design: Du kannst dich mit anderen Servern verbinden, ohne zentrale Kontrolle.
  • Viele Clients & Integrationen: Riesiges Ökosystem (Bots, Bridges, Appservices).
  • Langfristig stabiler Unterbau: Als offenes Protokoll ideal, wenn du nicht „alles auf eine App“ wetten willst.

Nachteile

  • Komplexeres Setup: Homeserver + ggf. Media + TURN + Call-Backend; für „Discord-ähnliche“ Komfort-Ansprüche oft mehr Arbeit.
  • Discord-Vibe ist möglich, aber nicht Standard: Je nach Client/Struktur wirkt es eher wie „federated messenger“ als „Gaming-Hub“.
  • Moderation/Permissions hängen stark von Raum-Konzepten/Tools ab und fühlen sich anders an als Discord-Rollen.

Ideal, wenn… du maximale Datenhoheit, Federation und ein langfristiges Ökosystem willst – und bereit bist, etwas mehr Setup-Aufwand zu investieren.

#3 Rocket.Chat (Score: 7.9/10)

Rocket.Chat ist eine sehr starke Self-Hosted-Kommunikationssuite für Organisationen: Channels, DMs, Threads, File Sharing, Integrationen, Rollen, Policies. Für „Discord als Community-Home“ ist es nicht immer Platz #1 – aber wenn du Governance, Compliance und Admin-Features willst, spielt Rocket.Chat ganz vorne mit.

Schnellprofil

  • Website: rocket.chat
  • Features: Chat + Voice/Video + Dateien + Integrationen + Policies
  • Federation: Native Federation via Matrix-Protokoll (seit Rocket.Chat 7.11, laut Doku/Release Notes)

Vorteile

  • Enterprise-Administration: Rollen, Auditing/Monitoring, Retention & Policies je nach Setup/Edition.
  • All-in-one: Chat plus Konferenzen/Calls (je nach Konfiguration/Integration).
  • Federation-Option: Für inter-org Zusammenarbeit interessant (Matrix-basiert).

Nachteile

  • Weniger „Gaming-UX“: Wirkt eher wie Slack/Teams-Ersatz als wie Discord.
  • Komplexität/Feature-Matrix: Je nach Anforderungen kann Planung (SSO, Policies, Federation, Integrationen) schnell größer werden.
  • Voice-Channels sind nicht immer „Discord-gleich“ im Erlebnis, abhängig vom Setup.

Ideal, wenn… du Discord ersetzen willst, aber eher im Sinne von „Kommunikationsplattform für Org/Team“ als „Community-Clubhouse“.

#4 Mattermost (Score: 7.4/10)

Mattermost ist stark, wenn Kommunikation eng an Workflows hängt: DevOps, Incident Response, Playbooks, Integrationen in Tools. Als Discord-Ersatz für Communities funktioniert es, aber es fühlt sich meistens wie ein „Mission-Critical Team Messenger“ an (was für viele Use Cases exakt richtig ist).

Schnellprofil

  • Website: mattermost.com
  • Self-Hosting: Weit verbreitet, große Doku, viele Deployments
  • Calls: Audio/Calls sind verfügbar (z. B. Mattermost Calls, je nach Setup/Version)

Vorteile

  • Top für „Serious Work“: Integrationen, Automations, Playbooks – ideal für Support/Dev/IT.
  • Self-host & Kontrolle: Häufig gewählt wegen Security/Compliance-Anforderungen.
  • Skalierung: Für Teams/Organisationen sehr erprobt.

Nachteile

  • Weniger „Community“-Feeling: Rollen/Channels ja, aber nicht die typische Discord-Dynamik.
  • Voice/Community-Features sind nicht der Kernfokus wie bei Discord-Klonen.
  • Overkill für kleine Clans/Creator-Server, wenn du „einfach nur Discord ersetzen“ willst.

Ideal, wenn… du Discord für Team-/Org-Kommunikation ersetzen willst – und Workflows wichtiger sind als „Server-Atmosphäre“.

#5 Zulip (Score: 6.8/10)

Zulip ist genial – nur eben anders: Es setzt auf Streams + Topics (zwei-stufiges Threading). Dadurch wird Chat extrem strukturiert und langfristig gut durchsuchbar. Als „Discord-Alternative“ ist Zulip dann perfekt, wenn du eigentlich ein organisiertes Diskussionssystem brauchst (Open Source Projekte, Uni/Research, Engineering, Communities mit viel Inhalt).

Schnellprofil

Vorteile

  • Bestes Threading am Markt: Diskussionen bleiben sauber, auch wenn 20 Themen parallel laufen.
  • Knowledge-Base-Effekt: Chat-History wird wirklich nutzbar.
  • Sehr gut für Teams & Projekte mit viel Kontext (Code, Entscheidungen, langfristige Threads).

Nachteile

  • Nicht Discord-like: Für Gaming-Communities kann es „zu seriös/zu strukturiert“ wirken.
  • Voice-Channels sind nicht der Kern – Zulip ist primär text-/thread-fokussiert.
  • Onboarding: Wer „Kanal-Chat“ gewohnt ist, braucht manchmal 1–2 Tage, bis es klickt.

Ideal, wenn… du Chaos vermeiden willst und Struktur wichtiger ist als das klassische Discord-Community-Feeling.

#6 DCTS (Score: 5.6/10)

DCTS positioniert sich als „Discord-like, aber self-hostable“. Die Idee ist spannend – insbesondere wenn du gerne neue Projekte testest. Allerdings wirkt DCTS aktuell eher wie ein Community-Projekt im Aufbau als wie eine „fertige Discord-Ablösung“ für breite Produktion.

Schnellprofil

  • Repo: hackthedev/dcts-shipping
  • Versprechen: Full Data Control, schnelle Einrichtung, serverübergreifende Synchronisation (laut Projektbeschreibung)
  • Fokus: Experimentell / „Discord-ähnliche“ Plattform zum Self-Hosting

Vorteile

  • Spannender Ansatz: Für Bastler/Tester interessant, die „Discord-like“ Features suchen.
  • Self-Host als Grundidee: Datenhoheit ist das zentrale Verkaufsargument.
  • Community-Driven: Wer mitmachen will, kann Features mitprägen.

Nachteile

  • Reifegrad/Risiko: Für produktive Communities kann es (noch) zu früh sein.
  • Ökosystem klein: Weniger Integrationen, weniger Clients, weniger „Battle-tested“ als die Top 3.
  • Langfristigkeit unklar: Roadmap/Release-Takt kann schwanken (typisch bei kleineren Projekten).

Ideal, wenn… du experimentieren willst oder einen kleinen Kreis hast, der neue Plattformen gerne testet.

Welche Alternative solltest du wählen?

Hier ist eine schnelle Entscheidungslogik, die in der Praxis gut funktioniert:

  • Du willst „Discord, nur self-hosted“: Nimm Stoat.
  • Du willst Dezentralität/Federation + viele Clients: Nimm Matrix (mit passendem Client-Setup).
  • Du willst Admin/Compliance/Policies und org-taugliche Features: Nimm Rocket.Chat.
  • Du willst Chat als Teil von DevOps/IT-Workflows: Nimm Mattermost.
  • Du willst Struktur/Threads statt Kanal-Chaos: Nimm Zulip.
  • Du willst basteln und Neues testen: Schau dir DCTS an.

Pro-Tipp für Self-Hosting: Plane von Anfang an TLS/Reverse Proxy, Backups (DB + Uploads), Monitoring und Updates ein – und teste zuerst mit einer kleinen Gruppe, bevor du migrierst.

Bereit für dein eigenes Community-Setup (Chat, Voice, Bots, Moderation) auf deiner Infrastruktur?

Disclaimer: Features (z. B. Voice/Video, Federation, E2E) können je nach Version, Client und Deployment-Setup variieren. Prüfe vor dem Rollout die jeweiligen Docs/Release Notes der Projekte.